<=== zurück zur Startseite

Zum Auftanken verschwand Wolfgang viele Jahre in den Harzer Wäldern

Wolfgang Stolze ist in Braunlage im Harz geboren und aufgewachsen. Schon ganz früh als Kind hatte er Klavier-Unterricht bei mehreren Pianisten, sowie erste öffentliche Auftritte. Da durfte er dann auch schon mal als bester Musikschüler am Heilig Abend die Kirchenorgel spielen.-     Dann das Kriegsende: Chaos. Kaum etwas zu essen - und Vater noch in Gefangenschaft. Da war Wolfgang 10 Jahre alt und saß schon am Flügel eines amerikanischen Offiziersclub der Besatzungsarmee in der Waldmühle bei Braunlage und unterhielt die Herren Offiziere. Auf diese Weise wurde dann der kleine Wolfgang schon durch seine Musik zum Ernährer der Familie, denn seine Gage bestand aus den damals so raren, lebenswichtigen Nahrungsmitteln.
Einige Jahrzehnte später erlebt er seinen künstlerischen Höhepunkt, als er im Finale eine Auszeichnung im "Komponistenwettbewerb zur internationalen Pop-Trophäe in Aachen" errang.
Da war Musik schon lange zu einem seiner Berufe geworden. Die beiden anderen Professionen, denen er mit der gleichen Freude nachgeht, sind die Kochkunst und die Malerei.
  Dieser künstlerische Dreiklang bestimmt seit Jahren den unverwechselbaren Charakter des "Landhauses Bei Wolfgang" in Hohegeiß.
Schon das Haus signalisiert dem Gast von außen: Hier wird das Besondere zum Maßstab. Tritt man in das Foyer, fällt der Blick unwillkürlich auf die vielen Gemälde, die an allen Wänden hängen - ein Vorgeschmack auf die Hausgalerie in oberen Geschoß. Hunderte von Gemälden hat Stolze bereits geschaffen, viele sind in alle Welt verkauft. "Da ist die Malerei zu einem meiner Berufe geworden", meint der Künstler. Das war auch bei seinen anderen beiden Berufen so, die er in bekannten Hotels in Deutschland, Frankreich, Spanien, Schottland und der Schweiz erlernt hat. Als Entertainer hatte er zahlreiche Auftritte in Funk und Fernsehen, brachte Platten und CDs mit speziell arrangierten Titeln und eigenen Kompositionen heraus.
Er arbeitet vor allem, weil es ihm Freude macht. Wolfgang Stolze, dessen "Landhaus Bei Wolfgang" von den Harz-Blick-Lesern zur "Beliebtesten Gaststätte des Harzes" gekürt worden ist, könnte sich schon längst zur Ruhe gesetzt haben.
  Alt genug nach Jahren ist er, doch in ihm steckt noch soviel jugendlicher Elan, dass von einem beschaulichen Altenteil nicht die Rede sein kann. Zumal er nach dem frühen Tod seiner Frau seit acht Jahren wieder eine Lebensgefährtin an seiner Seite hat. "Frau Gerhild", so wird sie von den Gästen respektvoll genannt, weil sie ihren Nachnamen nicht gerne hört.
Wolfgang Stolze beherrscht sichtlich die noch immer seltene Kunst der maßvollen Beschränkung, die dem Gast aber die Qual der Wahl nicht erspart. Gediegenen Vorspeisen und Suppen, fantasievolle Menüs und natürlich regionale Gerichte, sowie excellente Wildspezialitäten. Alles nach den Regeln der hohen Küchenkunst aber ohne Effekthascherei zubereitet. Dazu passt die anspruchsvolle Weinkarte mit einem relativ kleinen aber feinen Angebot.
Die Kraft für seine vielseitige Arbeit schöpfte Wolfgang Stolze viele Jahre aus einer ungewöhnlichen Liebhaberei: Survival. Für einige Zeit verschwand er mit Schafsack und Biwakzelt in die Einsamkeit der Harzer Wälder. Heutzutage dagegen - verbringt er seine freie Zeit mit der Kamera auf Fotopirsch in unberührter Natur, um die heimische Tierwelt seinen Freunden und Gästen per Internet näher zu bringen.
                                                                    Dieter Marquard
                                           
 


Der kleine Junge am Klavier ist Wolfgang Stolze
kurz nach Kriegsende 1946 mit 11 Jahren